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Häfen schaffen Arbeitsplätze

Erschienen am 08.12.2007 im "Weser Kurier"

Häfen schaffen Arbeitsplätze

Bis 2012 wollen die deutschen Seehafenbetriebe rund 2800 neue Arbeitsplätze schaffen und entsprechend viele Fachkräfte qualifizieren. Vor allem Langzeitarbeitslose sollen davon profitieren.

Von Michael Sommer

Hamburg – Weil viele Hafenbetriebe nach qualifiziertem Personal suchen, hatten sie sich schon im Dezember 2006 darauf verständigt, der Schaffung neuer Arbeitsplätze eine hohe Priorität einzuräumen. Als Ergebnis ihrer Bemühungen stellte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee gestern in Hamburg eine Qualifizierungsoffensive vor, die gemeinsam vom Bundesverkehrsministerium, der Bundesagentur für Arbeit und dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) getragen wird.

Kern des Programms ist die Fusion des Fortbildungszentrums Hafen Hamburg, der Hafenfachschule im Lande Bremen und der Fachschule der Hamburger Hafen und Logistik AG zum „maritimen competenzzentrum“ (ma-co). Am 1. Januar 2008 wird der neue überregionale Bildungsträger seine Arbeit aufnehmen. Mit einem vereinheitlichen Bildungsangebot soll das ma-co mit Sitz in Hamburg den „Kompetenzpass Hafen“ anbieten sowie zur „Fachkraft im Umschlag“ und „Fachkraft für Hafenlogistik“ weiterbilden. Zu seinen Kunden zählen vor allem Hafen- und Umschlagsbetriebe und Containerpackstationen. Im Vorstand des Zentrums wird neben den Unternehmensverbänden der Häfen Hamburg und Bremen sowie dem ZDS auch die Gewerkschaft ver.di vertreten sein.

Für große Unternehmen sei es positiv, dass Arbeitnehmer an allen Standorten des ma-co künftig dieselbe Ausbildung erhielten, erklärt Regina Seipold, künftige Geschäftsführerin des Zentrums. „Und die Teilnehmer haben bessere Chancen, weil sie Zertifikate erwerben, die auch in anderen Häfen anerkannt sind“, so Seipold.

Das Angebot des ma-co richtet sich vor allem an junge Langzeitarbeitslose, die 75 Prozent der Teilnehmer stellen werden. „Aber auch ältere Arbeitssuchende zwischen vierzig und fünfzig Jahren haben die Möglichkeit, in eine Qualifizierung zu starten“, betonte Heinz Brandt vom Zentralverband der Seehafenbetriebe. Den Arbeitslosen, die sich qualifizieren lassen, soll nach erfolgreichem Abschluss ein Arbeitsplatz garantiert sein. Und sie sollen keine älteren Arbeitnehmer von ihren Jobs verdrängen: 95 Prozent der neuen Fachkräfte sollen auf neu geschaffenen Stellen eingesetzt werden, erklärte Brand.

„Der Bedarf ist groß“, betonte Verkehrsminister Tiefensee gestern. Nach Einschätzungen der Hafenbetriebe wird sich der Seegüterumschlag in den deutschen Häfen bis zum Jahr 2025 verdoppeln, der Containerverkehr sogar vervierfachen. „Die deutsche Hafenwirtschaft fungiert als Job-Maschine“, so Tiefensee. Heinz Brandt räumte denn auch ein, dass die Qualifizierungsoffensive nicht in erster Linie ein soziales Anliegen der Hafenbetriebe sei. Das Anforderungsniveau in den Häfen sei in den letzten Jahrzehnten stetig gestiegen. Darauf reagiere die Branche nun, indem sie für die Deckung ihres Bedarfs selbst sorge, so der ZDS-Vertreter.

Dabei kann die Seewirtschaft auf großzügige Unterstützung rechnen. Insgesamt 80 Millionen Euro stellen die Bundesagentur für Arbeit und der Bund zur Verfügung. Aus diesen Mitteln werden die Qualifizierungsmaßnahmen bezahlt, aber auch die Ansprüche der Teilnehmer auf Arbeitslosengeld I und II. Diese Leistungen aus den Fördermitteln herauszurechnen sei aber unzulässig, erklärte Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit. Schließlich werde das ganze Geld aufgewandt, „um aus Leistungsempfängern starke Einzahler zu machen“, so Alt.